EN 13779

Mit der Euronorm EN 13779:2007 soll jahreszeitunabhängig ein angenehmes, gesundes Raumklima mit akzeptablen Installations- und Betriebskosten erreicht werden. Diese Norm hat sich mittlerweile in allen Ländern zum Standard entwickelt. Sie legt die erforderliche Filterleistung in einem System zur Realisierung einer guten Raumluftqualität (IAQ) bei Berücksichtigung der Außenluft fest. Die Außenluft wird in drei Kategorien eingeteilt: von ODA1, reiner Luft mit nur vorübergehender Verschmutzung durch z. B. Pollen, bis zu ODA3, einer Luftqualität mit hoher Gas- und Partikelkonzentration. Die Angabe zum Feinstaub bezieht sich auf die Gesamtmenge fester oder flüssiger Partikel in der Luft. Viele Richtlinien zur Außenluft beziehen sich immer noch auf PM10 (Partikeldurchmesser bis zu 10 µm). Aus Gründen des Gesundheitsschutzes wird jedoch immer mehr anerkannt, dass der Durchmesser weit unter 10 µm liegen sollte. Gasförmige Schadstoffe beziehen sich auf Konzentrationen von CO2, CO, NO2, SO2 und VOCs.

Die folgende Tabelle führt außenlufttypische Konzentrationen mit Vorschlägen zur Kategorisierung der Qualität auf.

Konzentrationswerte der Außenluft

Luft- qualität in
Konzentrationswerte*Außenluft-kategorie

CO2 (ppm)

CO2 (mg/m2)

NO2 (μg/m2)

SO2 (μg/m2)

PM10 (μg/m2)  

 
Ländliche Gebiete ohne signifikante Quellen 350 < 1 5 - 35 < 5 < 20 ODA 1
Kleinstädte 400 1 - 3 15 - 40 5 - 15 10 - 30 ODA 2
Stadtzentren 450 2 - 6 30 - 80
10 - 50 20 - 50 ODA 3

 

Was in vielen Städten als „normale Konzentration“ für Feinstaub bezeichnet wird, fällt in den oberen Bereich (schlechte Qualität) für Außenluft, d. h. ODA2 oder ODA3. Für Feinstaub hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Jahresmittel von PM10 unter 40 µg/m3 zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel ist bislang nicht erreicht worden. Das heißt, allein in Europa leben die meisten Menschen in Gebieten, in denen die Außenluft als ODA 2 oder ODA 3 eingestuft werden muss. Deshalb trägt der Einsatz angemessener Filter entscheidend zur Gesundheit der Bevölkerung bei.

Die neue Norm stuft Raumluftqualität von IDA 4 (niedrig) bis IDA 1 (hoch) ein. Eine klassische, aber eingeschränkte Methode zur Bestimmung der Raumluftqualität ist die Messung des CO2-Gehalts. CO2 ist das Produkt menschlicher Atmung. Dieser Wert kann Aufschluss über die Wirksamkeit der Belüftung geben; zur Bestimmung der absoluten Luftqualität reicht er aber nicht aus. Eine weitere etablierte Methode für menschliche Lebensräume ist die Ermittlung der pro Person zugeführten externen Luft. Werte aus diesen Messungen werden meist zur Einschätzung der Größe des Lüftungssystems herangezogen. Die folgende Tabelle führt typische Bereiche für den CO2-Gehalt und empfohlene Raten für Zusatzluft auf, um verschiedene Raumluftqualitäten erzielen zu können. Es sei angemerkt, dass kein Verfahren die festen und gasförmigen Schadstoffe berücksichtigt, die mit der Außenluft in das Gebäude kommen.

Klassifizierung der Raumluftqualität

KategorieBeschreibungCO2–Gehalt über dem Außenluftgehalt (ppm) Typischer BereichAußenluftanteil
(m3/h/Person)
Typischer Bereich, Nichtraucherzone
IDA 1 Hohe Qualität < 400 > 54
IDA 2 Mittlere Qualität 400 – 600 36 - 54
IDA 3 Mäßige Qualität 600- 1000 22 – 36
IDA 4 Niedrige Qualität < 1000 < 22

Filterempfehlungen gemäß EN 13779.

Für jede Außenluftqualität ist in EN 13779 eine Filterklasse festgelegt, die zum Erreichen der bevorzugten Raumluftqualität erforderlich ist. Die Filterklassen werden gemäß EN 779:2012 angegeben. Aus EN 13779 geht klar hervor, dass zur Erreichung einer annehmbaren Raumluftqualität (IDA 1 oder IDA 2) in städtischer Umgebung letztendlich ein Filter der Klasse F9 erforderlich ist. Doch auch ein Gasfilter (GF) zum Schutz vor gasförmigen (molekularen) Schadstoffen ist erforderlich.

AußenluftqualitätRaumluftqualität
IDA 1 (hohe Qualität) IDA 2 (mittlere Qualität) IDA 3 (mäßige Qualität) IDA 4 (niedrige Qualität)
ODA 1 F9 F8 F7 M5
ODA 2 F7 / F9 M6 / F8 M5 / F7 M5 / M6
ODA 3 F7 / GF / F9 F7 / GF / F9 M5 / F7 M5 / M6
GF) Gasfilter

 


     
 
  • In Städten sollte ein Molekularfilter (Gasfilter) verwendet werden. Diese Lösung eignet sich auch für einen Bereich nach Kategorie ODA 3. Der Gasfilter sollte mit einem nachgeschalteten F8- oder F9-Partikelfilter kombiniert werden. 
  • Aus Hygienegründen sollte eine Partikelfilterung in zwei Phasen durchgeführt werden: 
    - Mindestens M5, besser aber F7 im ersten Schritt.
    - Mindestens F7, besser aber F9 im zweiten Schritt.
    - Falls nur eine Filterstufe eingesetzt wird, ist mindestens die Filterklasse F7 erforderlich.
  • Bei Umluft muss zum Schutz des Systems mindestens Filterklasse M5 eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollte die gleiche Filterklasse verwendet werden wie beim Haupt-Außenluft-Strom.
  • Zum Schutz von Zu- und Abluftsystemen muss mindestens Filterklasse M5 verwendet werden.
  • Unabhängig von der verwendeten Filterklasse darf der Wirkungsgrad nicht unter bestimmte festgelegte Werte fallen. Achten Sie auf den Wirkungsgrad im unbehandelten (entladenen) Zustand. Dieser Wert wird beim Test eines Filters gemäß der aktuell gültigen Norm EN 779:2012 bestimmt (als Ersatz der bisherigen Norm EN 779).
  • Das Intervall für den Filteraustausch darf nicht nur auf der Grundlage betriebswirtschaftlicher Optimierungen festgelegt werden. Auch Hygienefragen müssen in Betracht gezogen werden. Es müssen drei Grenzwerte beachtet werden: Enddruckverlust, Installationsdauer und Nutzungsdauer. Der als Erstes erreichte Grenzwert bestimmt das Wechselintervall.
    - Bei Filtern der ersten Stufe: nach höchstens 2000 Betriebsstunden, 1 Jahr oder bei Erreichen des Enddruckverlusts.
    - Bei Filtern der zweiten oder dritten Stufe: nach höchstens 4000 Betriebsstunden, 2 Jahren oder bei Erreichen des Enddruckverlusts.
    - Bei Abluft- und Umluft-Filtern: nach höchstens 4000 Betriebsstunden, 2 Jahren oder bei Erreichen des Enddruckverlusts.
  • Zur Vermeidung mikrobiologischen Wachstums sollte die Einrichtung so konstruiert sein, dass die relative Luftfeuchtigkeit immer unter 90 % liegt und die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit über drei Tage in allen Teilen des Systems, einschließlich der Filter, weniger als 80 % beträgt.
  • Gasfilter führen bei normalem Betrieb nicht zu einer Änderung des Druckverlusts. Wenn EN 13779 keine eindeutige Festlegung enthält, empfiehlt Camfil den Wechsel von IAQ-Gasfiltern (Molekularfiltern) nach einem Jahr bzw. spätestens nach 5000 Betriebsstunden.
 
     
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